"Ein neues Zeitalter der Barbarei"
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| Vom: February 7, 2010 |
| Von: Schwalbenkönig, |
Eine wichtige Dokumentation, die sich grob, aber verständlich mit dem (leider) immer noch topaktuellen Thema Finanzkrise beschäftigt und auch zeigt, warum die Ausläufer dieser noch lange nicht absehbar sind. Da es ein weltweites Problem ist, geht es dementsprechend auch einmal rund um den Globus und macht an einigen dafür bedeutenden Orten (Indien, Spanien, USA, Westafrika usw.) Halt, um dort das Geld, seine Opfer und die Täter genauer unter die Lupe zu nehmen. Aber immer ohne Kommentar eines Reporters, der Regisseur lässt die (teils verstörenden) Bilder und Aussagen einiger Vertreter des Finanzwesens, der Wirtschaft, der Politik und auch der Ärmsten der Armen für sich sprechen. Und genau das hat mich oft sprachlos gemacht. Sicherlich sind viele Dinge schon längst kein Geheimnis mehr, doch z.B. Spaniens Küstenbebauung war mir neu. Was ich bei dieser Doku, im Gegensatz zu vielen anderen Genrefilmen, allerdings so schrecklich finde, ist die Tatsache, dass man als Normalbürger an der ganzen Misere kaum bis gar nichts ändern kann. Das hinterlässt einen sehr bitteren Nachgeschmack.
Extras der DVD:
Making Of, Interview mit dem Regisseur, Audiokommentare, Schulmaterial und Themen zum Download, Trailer |
Klärt auf und regt zum Nachdenken an
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| Vom: July 28, 2010 |
| Von: Gottfried Meier, Pyrbaum |
| In eineinhalb Stunden eine so komplexe Materie umfassend darzustellen ist unmöglich. Trotzdem hat es Herr Wagenhofer geschafft, dem Zuschauer klar zu machen, dass da Vieles in unserem Finanz- und Wirtschaftssystem ziemlich falsch läuft. Insbesondere die Aussagen einiger Manager haben mir gezeigt, dass sich die Globalisierung weitestgehend in einem ethikfreien Raum abspielt und deren Spielregel lautet: Der Stärkere setzt sich durch. Schade, dass viele unserer Politiker überhaupt nicht begriffen haben, dass diese Globalisierung, oder besser gesagt Raubtierkapitalismus, vielen Menschen schadet und ganze Gesellschaften ruinieren kann. Ein Film der auch zum Nachdenken anregt. |
Warum die Welt auf dem Holzweg ist
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| Vom: May 1, 2009 |
| Von: Michael Höfler, Dresden |
Baumwollpflücker in der vertrockneten Sahel-Zone, Inder, die unter hanebüchenen Bedingungen Steine klopfen, riesige leerstehende Betonburgen an der spanischen Küste, die US-amerikanisch dominierte Weltbank und der ausbeuterische WWF; Menschen, die in Kloaken leben, Entwicklungshilfe, rohstoffreiche, aber hoffnungslos verschuldete Entwicklungsländer, Diktatoren, die entweder korrumpiert, vom Geheimdienst beseitigt oder militärisch entmacht werden, und 1,5 Trillionen US-Dollar, deren Herkunft man über Steuerparadiese wie Jersey verschleiert. Wie das alles zusammenhängt zeigt Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann Erwin Wagenhofer in seinem Dokumentarfilm "Let's make money": Geld wird nicht gemacht, sondern es werden vornehmlich die Ressourcen armer Länder auf Kosten von Natur, Gesundheit und sozialer Entwicklung geplündert, Volkseigentum verscherbelt und Verluste sozialisiert.
Dies mutet alles nicht sehr neu an, doch Wagenhofer ist eine äußerst bemerkenswerte Materialsammlung gelungen: Unkapriziös und meist unkommentiert zeigt er abwechselnd Bilder der Ausbeutung und lässt aktuelle und ehemalige Protagonisten von Emerging Markets und Hatch-Fonds zu Wort kommen. Was sie da unverblümt aufsagen, könnte man sich nicht besser ausdenken.
Historisch geht Wagenhofer zurück bis zur Weltwirtschaftskrise, um zu zeigen, wie diese Strukturen gewachsen sind. Freilich wird vieles behauptet, was sich nicht ohne weiteres nachvollziehen lässt, und der Film ist in manchen Dingen einseitig, beispielsweise gibt es in Ländern wie Indien durchaus soziale Fortschritte. Doch der Untertitel "Vom Wahnsinn, der Methode hat" drückt aus, was "Let's make money" essentiell macht: Ab 2006 gedreht, dokumentierte er bereits vor der jetzigen Weltwirschaftskrise die Systematik des globalen Wahnsinns, der auch die Menschen in den westlichen Ländern sinnlos schuften lässt, um den perversen Reichtum verbrecherischer Finanzkartelle auf Kosten der ökologischen Lebensgrundlagen zu multiplizieren.
Wo man schon vorher wusste, dass die Welt auf dem Holzweg ist, versteht man nach dem Film besser warum. |
Geld machen mit wirklich allen Mitteln!
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| Vom: July 11, 2009 |
| Von: Juergen Offenberger, Amstetten |
Ein typischer Wagenhofer-Film!
Spätestens seit "We feed the world" den Liebhabern des etwas anderen Dokumentarfilms bestens bekannt, schafft es der Filmemacher Erwin Wagenhofer auch bei "Let's make money" wieder den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen.
Auch wenn der Film am Anfang etwas an Längen aufweist, so versteht es Wagenhofer seinen Film dramaturgisch gekonnt aufzubauen und sich zum Ende hin immer weiter zu steigern.
Nach bekannten Muster werden wieder vorwiegend Topmanager vor die Kamera gebeten, bzw. mit der Kamera bei Ihrer Arbeit begleitet.
Vor allem werden die oft unfassbaren Aussagen dieser so genannten Opinionleader (Meinungsführer) wieder gekonnt in Szene gesetzt.
Für den "Otto Normalverbraucher" kaum vorstellbar, dass es Wagenhofer (nach seinem letzten Film) wieder gelungen ist, solche Kapazunder vor sein Objektiv zu bekommen.
Spätestens ab dieser Erkenntnis, sollte jedem klar sein, welche Recherchen und immense Überzeugungskraft hier seitens Wagenhofer und seinem Team notwendig gewesen sein müssen!
Schon alleine dafür sei ihnen auch der Erfolg des Filmes gegönnt.
Nicht selten sitzt der Filmkonsument auch mit offenem Mund vor seinem Bildschirm und kann kaum glauben zu welchen Aussagen sich so manche Manager hinreißen lassen.
Hier lohnt es sich (wie sehr oft bei anderen DVD's auch) sich das leider etwas spärliche "making off" anzusehen.
Darin gibt Wagenhofer auch zu verstehen, dass es der Kontext im Film ist, der die Statements der interviewten Personen so herausragend macht.
Kurz der Schnitt ist des Rätsels Lösung.
Auch wenn man auf Grund der oft selbstzerstörerisch scheinenden Aussagen gezeigter Personen immer ein wenig das Gefühl hat, dass manche davon in diesem Zusammenhang von einem intelligenten Menschen in Führungsposition so unmöglich gemacht worden sein können, so bleibt dennoch deren Kernaussage.
Aber gerade das oft Unfassbare ist es, was Wagenhofer bei seinen (vor allem letzten beiden) Filmen diesen Erfolg beschert.
Ob jetzt Sensationslust oder tatsächlich nur der Drang nach Information die Antriebsfeder für den zweiten Kassenschlager von Wagenhofer waren sei dahin gestellt.
Das Ergebnis des sympathischen Filmemachers versteht jedenfalls zu überzeugen.
Wer von uns hat sonst schon einmal von den unglaublichen Immobilienspekulationen in Spanien gehört, einen Blick in die Machenschaften eines österreichischen Industriellen in Indien machen dürfen, einen Top Trust-Manager in Shanghai bei der Arbeit beobachtet und den unfassbaren Ausführungen eines amerikanischen "Wirtschaftskiller" gelauscht?
Fazit: Ein "must have" für jede anspruchsvolle Heimvideothek!
Man darf gespannt sein, welches heiße Eisen Wagenhofer als nächstes anfasst!
Vielleicht als kleine Anregung einmal eine Dokumentation über die Machenschaften des Vatikans und den angeblich weltweiten Kindesmisshandlungen des Klerus?
Dieses Thema würde gut in die bisherige Filmreihe passen, da sich bisher ebenfalls noch kaum jemand getraut hat darüber zu berichten ... |
Verdienter Dokumentarfilmpreis
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| Vom: June 23, 2009 |
| Von: H. Zymelka, |
Diese Dokumentation ist eine sehr gelungene Reise in die wie Krebs wuchernden Teile unseres "westlichen Systems". Was Erwin Wagenhofer hier beleuchtet sind zwar keine neuen Erkenntnisse, dennoch dürften die meisten Aspekte für viele neu sein, da über die Themen oder gar über die Zusammenhänge in den Massenmedien so gut wie gar nicht berichtet wird.
Außerdem dürfte es sehr schwer werden diese Dokumentation in die Ecke der Verschwörungstheorien zu drängen, was ich sehr gut finde. Denn zu viele gute Dokumentationen und Bücher werden von den "offiziellen" Medien gemieden oder grundlos als unglaubwürdig dargestellt.
Ein paar Dinge hätte ich mir allerdings noch gewünscht. z.B.:
- Wie konnten die Banken/Konzerne mittels Geld so eine Macht aufbauen?
- Welche Rolle spielen die Massenmedien und die Politik in dem System?
- Wer sind eigentlich die Leute, die offensichtlich hinter den Kulissen die Fäden ziehen?
Dazu muss ich allerdings anmerken, dass Wagenhofer wohl bewusst diese Grenze nicht überschritten hat. Und das war sehr klug von ihm. Mit diesen Fragen wird der Zuschauer zwar alleine gelassen, aber zumindest wird er darauf gestoßen.
Sehr empfehlenswert, 5 Sterne!
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